Schlechte Noten in der Schule

Umgang mit schlechten Noten

Schlechte Noten sind schwer zu verkraften, müssen aber kein Familiendrama auslösen. Durch positive Unterstützung helfen Eltern mit, dass Kinder die Motivation zum Weiterlernen nicht verlieren.

Immer und überall wird man bewertet: in der Schule, bei der Arbeit, im Sport, in der Freizeit. Stets geht es darum, Erwartungen zu erfüllen, Leistungen zu erbringen und gestellten Ansprüchen zu genügen. Lob für eine Leistung spornt an, Kritik blockiert oder lähmt. So verwundert es nicht, dass der Umgang mit Noten immer wieder kontrovers diskutiert wird. Noten sind ein Gradmesser und sollen ausdrücken, ob ein Kind die Aufgaben verstanden hat. Nicht zum Ausdruck kommt bei dieser Art von Bewertung die Persönlichkeit des Kindes. Verfügt es über Einfühlungsvermögen, bringt es Kompetenzen im Umgang mit andern mit? Wie aussagekräftig ist es, wenn Wissen auf eine Zahl reduziert wird?

Noten und ihre Wirkung

Viele Kinder sind verzweifelt, wenn sie eine schlechte Note erhalten. Manchmal spielt auch die Angst vor der Reaktion der Eltern mit. Nicht selten sind Eltern überfordert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn die Tochter, der Sohn eine schlecht ausgefallene Prüfung nach Hause bringt. Ist es besser, etwas Druck auszuüben und das Kind dadurch anzuspornen? Oder erreicht man mit Druck genau das Gegenteil, nämlich Resignation?

Frustrierend ist zudem, wenn im Vorfeld viel gelernt wurde und das Ergebnis trotzdem niederschmetternd ist. Es gibt Kinder, die können sich noch so anstrengen, die Noten sind und bleiben schlecht. Andere Kinder hingegen zeigen kaum Einsatz und erreichen gute Resultate. Je nach Prüfungsart wird der Arbeitseinsatz im Vorfeld nicht mit bewertet. Bis anhin fehlt eine Alternative und Kindern und Eltern bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der geltenden Bewertungspraxis zu arrangieren.

Rund um die Uhr da für Eltern und Bezugspersonen

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Das Gespräch suchen

Auch bei der Pro Juventute Notrufnummer für Jugendliche Beratung + Hilfe 147 drehen sich viele Fragen um Prüfungen, Noten und den Wunsch, in der Schule besser zu werden. Häufig fühlen sich bereits Kinder und Jugendliche erschöpft. Es bereitet ihnen Mühe, dem Leistungsdruck standzuhalten und abzuschalten. Ein alarmierendes Zeichen. Eltern können Gegensteuer geben, damit sich Gefühle wie: „es habe doch alles keinen Sinn“ gar nicht erst breitmachen.

Vorwürfe bei schlechten Noten sind fehl am Platz. Das Kind sollte sich nicht als Versager fühlen und glauben, die Eltern enttäuscht zu haben. Es leidet so schon unter der Situation. Besorgte Eltern sollten auch nicht plötzlich damit beginnen, alles zu kontrollieren. Durch erhöhte elterliche Kontrolle werden Hausaufgaben zu einem unnötigen Stressfaktor. Besser ist es, den Lernprozess des Kindes zu begleiten und mitzuhelfen, dass der Sohn, die Tochter selbstständig arbeiten lernt. Wenn Anstrengung und Einsatz gelobt werden, machen Eltern deutlich, weshalb Lernen Sinn macht.

Gemeinsam Lösungen finden

Wichtig ist, herauszufinden weshalb der Lernerfolg ausbleibt. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus wirkt oft Wunder. Im gegenseitigen Austausch können Kinder, Eltern und Lehrpersonen besser ausloten, woran es liegen mag, dass die Noten den Erwartungen kaum entsprechen. Vielleicht sind Über- oder Unterforderung oder mangelndes Interesse schuld. Oft fehlen wirkungsvolle Lernstrategien oder es besteht keine klare Trennung mehr zwischen Lernphasen und freier Zeit. Nur wer sich zwischendurch richtig erholt, ist bereit, neue Inhalte aufzunehmen.

Susan Edthofer

Susan Edthofer

Susan Edthofer ist Pädagogin und Texterin. Früher war sie als Redaktorin für die Fachzeitschrift «4 bis 8» tätig. Seit 2011 arbeitet sie als Redaktorin für die Pro Juventute Elternbriefe und verfasst regelmässig Beiträge zu Erziehungsthemen.

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