Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert: digitale Kompetenzen und Soft Skills

Viele Eltern sind überzeugt, dass es sinnvoll ist, wenn ihre Kinder möglichst früh digitale Kompetenzen erwerben. Doch was genau ist unter «digitalen Kompetenzen» zu verstehen? Und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind darüber hinaus gefragt im «digitalen Zeitalter»?

Bei der digitalen Bildung geht es im Allgemeinen um technische Anwendungsfähigkeiten im Bereich digitaler Technologien und teilweise um Programmierkenntnisse. Zusätzlich umfasst sie oft auch die Fähigkeiten digitaler Kommunikation und Kollaboration. Je nachdem wird darunter auch Wissen über seriöse digitale Quellen, digitale Geschäftsmodelle, Datensicherheit, Schutz der Privatsphäre oder die Funktionsweise von Algorithmen verstanden.

Neue Modelle digitaler Kompetenz schliessen darüber hinaus vor allem auch kritisches Denken, soziale Fähigkeiten wie Empathie und die Kompetenz, die eigene Bildschirmzeit oder digitale Erreichbarkeit sinnvoll zu steuern, mit ein.

«21st-Century Skills und die Bedeutung des freien Spiels»

In der Fachwelt hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass gerade im digitalen Zeitalter nicht nur technische Kompetenzen gefragt sind, sondern vor allem auch «Soft Skills». Dazu gehören beispielsweise Problemlösungsfähigkeiten, das Verarbeiten komplexer Informationen, abstraktes Denken, Zeitmanagement, interpersonelle und interkulturelle Kompetenzen, Resilienz, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft, Kreativität sowie kritisches und unternehmerisches Denken.

Insbesondere Kreativität und Problemlösungsfähigkeit gelten als menschliche Kompetenzen, die Maschinen überlegen sind. Anders gesagt machen digitale Kompetenzen lediglich einen Teil der «21st-Century Skills» aus. Es zeigt sich, dass «Soft Skills» von Eltern und Bezugspersonen, in einer Berufs-lehre oder bei ausserschulischen Aktivitäten besser vermittelt werden können als in einem schulischen Bildungssetting.

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Für die Förderung von Kreativität und psychischer Gesundheit von Heranwachsenden sind das freie Spiel sowie Lernumgebungen ohne Leistungsdruck aus entwicklungspsychologischer Sicht zentral.

Empfehlungen für Eltern:

  • Achten Sie darauf, dass sich Ihre Kinder in der digitalen Bildung nebst den technischen Fähigkeiten vor allem auch kritisches Denken, soziale Fähigkeiten, Empathie sowie die Fähigkeit, ihre Mediennutzung zu regulieren, aneignen. Hierbei können Sie als Eltern Ihre Kinder unterstützen.
  • Fördern Sie bei Ihren Kindern insbesondere körperliche Bewegung und das freie Spiel.

Dr. Sarah Genner

Dr. Sarah Genner

Die Medienpsychologin Sarah Genner forscht und publiziert zu den Auswirkungen von Internet und Medien auf Mensch und Gesellschaft. Sie ist Mitautorin der JAMES-Studie zum Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz sowie der MIKE-Studie zum Mediennutzungsverhalten von Primarschul-kindern. Für ihre Dissertation über die Risiken und Nebenwirkungen des mobilen Internets erhielt sie 2016 den Mercator Award.

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